Liebe Bouvier-Fans,

nach langer Wartezeit haben wir (endlich ) einen Termin für unseren Trimmkurs festgelegt:

Für jeden der Interesse hat treffen wir uns am

Samstag, den 06.06. um 10.30 Uhr

bei uns in Braunfels, Ulmenweg 15.

In angenehmer und gemütlicher Runde möchten wir Ihnen die Pflege rund um den Bouvier
erklären.
“Robin” aus unserem G-Wurf wird Ihnen geduldig als Modell zur Verfügung stehen.
Für Ihr leibliches Wohl sorgen wir.
Sie können gerne Ihren Hund mitbringen, jedoch bitten wir die Hinterlassenschaften wegzuräumen
und bei den Rüden darauf zu achten, das sie nicht das Beinchen heben.

Der Beitrag beträgt EUR 70,—, für den Partner EUR 50,—.
Hiervon spenden wir EUR 10,— an die Interessengemeinschaft Bouvier des Flandres die notgeratenen
Bouviers mit Sachverstand weiterhelfen.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Familie
Gorschlüters mit den Bouviers “von der Höh”

——-
Gerhard & Petra Gorschlüter
Alpakahof * Ulmenweg 15
35619 Braunfels

Tel.: 06442 – 57 35
Fax: 06442 – 65 96

www.bouvierdesflandres.de
www.alpaka-Stuebchen.de
www.alpakas-von-der-hoeh.de


Pflege- und Trimmanleitung

Liebe Leser,

auf diesem Teil unserer Homepage möchten wir Ihnen die Pflege und auch das richtige Outfit eines Bouviers gerne vorstellen.

Als ich mich seinerzeit für den eigenen Bouvier interessierte, habe ich einige Bücher gehabt und im Internet gelesen und immer stand da:

Dieser Hund benötigt eine ordentliche Fellpflege.

Nun ja, als Reiterin hat mich das nun nicht abgeschreckt, da muss man ja vor jedem Ritt sein Pferd ordentlich striegeln.
Trotzdem habe ich vermisst, zu verstehen, was genau das denn für mich als Hundehalter in diesem Fall bedeutet.

Daher wundern Sie sich bitte nicht, dass diese Seite hier nicht mit einer Trimmanleitung beginnen wird. Natürlich werden wir Ihnen diese nicht vorenthalten.

Die Hinweise zur Pflege und insbesondere die Trimmanleitung wurde möglich dank der freundlichen Unterstützung von Petra Gorschlüter. Sie ist Züchtern von Bouvier des Flandres unter dem Zwingernamen “von der Höh“ und ohne Ihre Hilfe wäre dieses Projekt nicht möglich geworden. Danke, Petra!

Danke auch an unser wunderschönes Modell, das sich für die vielen Aufnahmen zur Dokumentation der Trimmanaleitung zur Verfügung gestellt hat!

Also: Nehmen Sie sich doch vielleicht eine Tasse Kaffee oder Tee, machen Sie es sich gemütlich und viel Spaß, beim Lesen !


1. Die Pflege des Bouviers

Diese oft in harten Lettern angedrohte Arbeit, die einem mit einem Bouvier bevorsteht, sieht im echten Leben folgendes vor:

Sie sollten Ihren Bouvier so etwa einmal in der Woche gut durchkämmen!

Je nachdem, wie lang das Fell Ihres Hundes ist und wo er sich in den letzten Tagen so herum getrieben hat und was sich entsprechend alles im Fell gehalten hat, kann diese Arbeit schon mal locker 30-45 Minuten in Anspruch nehmen.

Idealerweise haben Sie ihren Bouvier als Welpen daran gewöhnt, dass er dazu auf einem Tisch steht. Seien Sie sich selbst nicht böse, wenn Ihrer es gerade nicht so perfekt macht. Unterhalten Sie sich mit 20 Bouvier-Menschen, dann geben oft 15 von denen zu, dass das mit dem auf dem Tisch stehen mal klappt und mal nicht.

Aber es hilft ungemein, schont den Rücken und der Hund hat einen abgrenzbaren Bereich und Zeitraum, in dem sein Fell einfach mal Ihnen gehört.

Beginnen Sie die Pflege des Hundes bitte mit einer Bürste.

Nehmen Sie z.B. die folgende:

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Diese Bürste ist relativ weich, gibt den Oberflächen des Körpers Ihres Bären nach und dient dazu, das längere Fell zu „öffnen“. Das bedeutet: Die sich in den Spitzen gebildeten Knoten werden gelöst, das ganze Fell schon einmal aufgelockert und wie man der Bürste ansieht, auch totes Fell bereits entfernt.

Gehen Sie dabei am besten mit dem Strich den Felles, also immer in Wuchsrichtung. Man kann zum Beispiel am Nacken beginnen, den Rücken entlang kämmen, dann links und rechts von der Wirbelsäule die Seiten, von vorne nach hinten und zum Schluss dann die Beine, die Rute und den Bart.

Die Pflege des Bouviers

Dann kommt der Kamm dran. Er sollte recht lange und nicht zu eng stehende Zanken haben!

Mit dem Kamm geht man dann richtig durch bis auf die Haut. Es hilft, wenn man mit der einen Hand die Haut des Hundes sanft hält und dann mit der anderen kämmt.

Ähnlich uns Frauen, die wir uns auch das längere Haar weiter oben festhalten, damit es weiter unten, wo der Knoten raus muss, nicht so ziept, hilft das auch dem Bären, die Prozedur durchzuhalten.

Ihr Hund wird ganz sicher filzige Stellen haben. Unter den Ellenbogen, am Bart, am Bauch oder an den Beinen. Das können Sie auch gar nicht völlig verhindern. Vielleicht, wenn Sie ihn kurz abscheren, aber so einen Bären will doch niemand!??

Die Pflege des Bouviers

Diesen Filz bitte nicht gleich der Schere oder den entfilzenden Trimm-Messern opfern. Versuchen Sie bitte zuerst, es mit dem Kamm raus zu kämmen. Das klappt nämlich hervorragend und man schneidet sich dann keine kahlen Stellen in das Haarkleid. Zur Unterstützung kann man zusätzlich auch Entfilzungsprays verwenden, die es im entsprechenden Fachhandel eigens für Filz zu kaufen gibt.

Nur wenn der Filz schon so stark ist, dass man auch mit Kamm schon nicht mehr ran kommt, muss eben stärkeres Geschütz ran.

Aber wer mal eine Groomerin beim Entfilzen beobachtet hat, der ist überrascht, wie viel noch mit dem Kamm ausgekämmt werden kann.

Nach dem Kamm ist der Hund dann eigentlich fertig. Bitte kontrollieren Sie aber, ob die Haare in den Ohren noch okay sind und ob der After kurz genug ist und auch die Haare zwischen den Pfotenballen nicht schon so lang sind, dass der Hund nur noch auf Fell tapst. Bei der Gelegenheit noch ein Hinweis: Wenn Ihr Bär einmal humpeln sollte, kontrollieren Sie bitte das Fell zwischen den Pfoten.
Oft bilden sich da kleine Filzknubbel, die ganz hart werden und den Hund beim Laufen behindern. Diese Knoten ganz vorsichtig mit einer kurzen Schere, z.B. einer Nagelschere heraus schneiden.

An all diesen Stellen sollten Sie, auch wenn Sie nicht selber trimmen wollen, schon mal selber Hand anlegen.

Achtung!

Das Haar in den Ohren darf NIE mit einer Schere weg geschnitten werden. Es muss heraus gezupft werden. Wenn Sie sich das nicht zutrauen oder wie ich eine kleine Kreischtüte zu Hause haben, dann hilft Ihnen auch gerne der Tierarzt.

So in etwa alle 3 Wochen ist aber nach dem Kämmen noch nicht Schluss.

Unsere Bouviers haaren nicht.

Der Bouvier hat eine unterschiedlich stark ausgeprägte Unterwolle und das raue Deckhaar. Diese Unterwolle sollte so etwa alle 3 Wochen mit einem sog. Coat King ebenfalls heraus gekämmt werden. Der Hund sollte aber vorher unbedingt gut gekämmt sein, da es sonst schmerzhaft ist, wenn Sie die Unterwolle raus kämmen. Das Auslüften der Unterwolle ist für den Hund angenehm: es ist so, als würden Sie ihm den dicken Pulli ausziehen.

So darf es also im Sommer gerne etwas mehr Unterwolle sein, die sie herauskämmen. Aber lassen Sie immer noch etwas am Hund dran, die Unterwolle schützt vor Sonnenbrand und Kälte und sollte nicht völlig ausgekämmt werden.

Auch sollte man die Arbeit mit dem Coat King nicht zu oft machen, da sonst das schöne Deckhaar kaputt geht und das Fell insgesamt brüchig aussieht.

Hier noch mal alle Utensilien für die Pflege auf einen Blick:

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Nehmen Sie sich Zeit für das Kämmen. Streicheln Sie viel über das Fell Ihres Hundes. Tasten Sie auch die Stellen ab, die man im Alltag nicht so oft berührt. Kontrollieren Sie auch mal die Augen und das Innere der Ohren.

Ist irgendwo eine Verletzung? Oder eine Zecke? Laufen Ihnen Flöhe über die Hand? Sind Augen und Ohren sauber?

Die halbe Stunde Fellpflege ist eine schöne Gelegenheit, sich seinem Hund bewusst zuzuwenden und den ganzen Körper zu untersuchen.

Loben Sie ihn fleißig, wenn Sie fertig sind. Vielleicht mit Leckerchen oder Spielen ? Mit immer mehr Übung soll es ja Bouviers geben, die schon alleine auf den Tisch springen, wenn es an der Zeit ist. Mein Hund gehört nun nicht dazu, aber ich habe schon öfter davon gehört!

Also: Den Mut nicht aufgeben und sich selber sagen: “Sie machen es zur Gesundheit und Pflege Ihres Hundes!”


2. Das Trimmen

2.1. Einleitung

Natürlich können Sie Ihren Bouvier von einem professionellen Groomer herrichten lassen. Das spart Ihnen Zeit. Nicht unbedingt Geld und wenn der Groomer Bouviers kennt oder vielleicht sogar Züchter dieser Rasse ist, dann haben Sie die Sicherheit, dass der Hund danach im ordentlichen Standard geschnitten an Ihrer Seite durch den Alltag geht.

Aber wer überlegt, es doch mal selber zu versuchen: Wagen Sie es !

Das Fell Ihres Bären wächst immer wieder nach. Selbst, wenn es zu Anfang nicht so ganz klappen will, mit jedem Mal werden Sie sehen, dass es besser wird und Sie werden auch merken, dass rein geschnittene Löcher im Fell schon nach fast 2 Wochen nicht mehr auffallen, glauben Sie mir, ich spreche aus Erfahrung!

Aber machen Sie es sich bitte auch nicht zu leicht. Scheren Sie nicht einfach alle 3 Monate das Fell Ihren Bären bis auf die Haut runter und fertig.

Der Hund sollte schon noch aussehen wie ein Bouvier und glauben Sie mir, gerade die Bouvel-Herren sind da sehr eitel und auch wenn Andere das nicht glauben: MEINER hat sich schon geschämt, wenn er völlig verschnitten herumlaufen musste und erst seitdem ich die Beine und den Kopf etwas zotteliger lasse, ist er zufrieden mit meiner Arbeit!

So, genug der Vorrede, fangen wir an!

2.2. Vorbereitung

Bevor Sie einen Hund schneiden, sollte er gut gekämmt sein.

Knoten und Filz verwischen die tatsächliche Länge des Fells.

Das Fell sollte also gut gekämmt und trocken sein und nun kann es losgehen.

Wie Petra bei Ihrer Einführung in das Trimmen schon sagte, ist es egal, wo Sie anfangen. Und was Sie als Nächstes schneiden.

Jeder entwickelt da irgendwann seine eigene Technik. Ich übernehme nun die Reihenfolge von Petra, da wir Ihnen so auch einige Bilder zur Verfügung stellen können.

Bouvier - Das TrimmenBouvier - Das Trimmen

Bouvier auf dem Tisch, komplett gekämmt

2.3. Der Anfang

Die Pflege des Bouviers

Mit einem Kamm kämmt man da, wo man nun schneiden will, in unserem Fall zuerst entlang der Wirbelsäule auf dem Rücken das Haar entgegen dem Strich sanft nach oben.

Das so etwas hoch toupiert aussehende Fell ist gerade und nun kann man der oberen Linie des Rückens schneiden Sie können im Nackenbereich etwas mehr Haar stehen lassen, und in Richtung der Rute dann harmonisch das Fell kürzen, damit eine Linie vom Übergang des Kopfes – Nacken – Rücken – Kruppe – entsteht.


Die Pflege des Bouviers

Nun hat man oben eine gerade Linie und kann sich an dieser Felllänge am Hund nach unten orientieren.

Petra hat während des Schneidens das Fell mit der Hand nicht berührt, nur mit der Schere, so dass es nicht fallen oder sich umlegen konnte und sah anschliessend sehr gerade aus.

Betrachten Sie dabei den Hund zwischendurch auch von der Seite. Der Rücken wird gerade geschnitten und so können Sie auch ein wenig einen evt. “durchhängenden Rücken” mit dem Schnitt ausgleichen.


Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers
Die Pflege des Bouviers

2.4. Die Hinterbeine

Die Haare an den Beinen werden wie überall am Hund kurz bevor sie geschnitten werden, noch einmal hochgekämmt. Dann mit der Schere gerade nach unten schneiden. Nehmen Sie dazu besser eine nicht zu kleine Schere. Aufpassen! Zu schnell sind die Beine insgesamt zu kurz geschnitten, also immer schön das Fell in seiner Länge betrachten und meistens nur ein wenig mit einem geraden Schnitt senkrecht von oben die Spitzen am Bein entlang abschneiden. Dann hat man die Außenseiten des Beines.

Die Hand bleibt am Bein und schneidet am Boden um die Pfote herum.
Man unterstreicht optisch beim Bouvier das Tänzeln besonders, wenn man direkt unten an den Pfoten das Haar ziemlich dicht an den Krallen kurzschneidet, rundherum und nach oben. Das Haar ist auch dabei “hochtoupiert”. Die Pfote sieht dann also nicht geformt wie ein Schuh aus, sondern eher wie eine Säule.

Die Innseite – wieder hochkämmen – dann von dem Unterbauch auch einmal runter schneiden. Dann aber auch von hinten die Prozedur wiederholen, bis das Bein rundherum geschnitten ist.


Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Dann die Hinterpfote sanft nach gerade hinten wegnehmen. (Bitte darauf achten, dass man der natürlichen Bewegung des Hundes folgt, sonst tut man ihm weh !) und dann nur die Haare wegschneiden, die aus den Pfotenballen herausgewachsen sind.

Die Haare zwischen den Pfotenballen sind auch ein Schutz und sollten nicht bis auf die Haut runtergeschnitten oder rasiert werden. Trotzdem genau fühlen, denn oftmals bilden sich zwischen den Ballen regelrecht steinharte Ablagerungen, die unbedingt vorsichtig entfernt werden müssen.

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Das Ganze wiederholt sich an dem anderen Hinterbein.

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

2.5. Das Heck

Der After des Bouviers sollte möglichst kurz gehalten werden, damit sich hier keine Kotreste verfangen können. Beim Trimmen folgt man diesem Grundsatz und schneidet den hinteren Bereich großzügig kurz.

Die Pflege des BouviersDie Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Anne sagte so passend: „Es ist, als ob man den Hunden eine Pfanne auf den Hintern legt!“ und genauso sieht es fertig aus.

Der Bereich After plus oberer Teil der Hinterbeine plus gegebenenfalls Vagina der Hündin bilden einen kreisförmigen Bereich mit sehr kurz geschnittenem Haar.

2.6. Die Rute.

Nur der Rutenansatz wird ringsherum kürzer geschnitten. Ansonsten schneidet man das Fell nur unterhalb. Also am Ansatz kurz und dann länger werdend, um harmonisch auslaufend zum Rutenende wieder etwas kürzer zu werden. Halten Sie Rutenspitze fest und schütteln etwas, dann sieht man gut, wie das Haar liegt.

Die Pflege des BouviersDie Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Jetzt geht’s an den vorderen Teil des Bären.

2.7. Hals und Brust

Die Pflege des Bouviers

Man nimmt den Kopf des Hundes schön hoch. Da hilft es doch, wenn der Bouvier einen Bart zum Festhalten hat! Und schneidet vom Hals runter bis zum Ende der Brust. Nehmen Sie dazu am besten das Ohr in die eine Hand.

Direkt neben dem Ohr geht die Schere gerade nach unten den Hals entlang. Ziemlich kurz. Aber nicht den Bart dabei gleich einkürzen, denn so hat man nachher schon einen schönen Kontrast zu den “Pausbacken”.


Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Am Hals selbst und im Kehlbereich darf das Fell gerne kürzer sein und wird zur Brust hin wieder länger. Das ist sowieso so ein Grundsatz: Oben kürzer und nach unten was länger auslaufend die Haare stehen lassen.

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Hier kann man nun auch modellieren. Ein z.B. jüngerer Hund, der noch keine so kräftige Brust hat, kann durch die längeren Haare eine kräftig ausschauende Brust erhalten. Wenn nun auch im Brustbereich die Schere quer zum Hund geführt wird und nicht nur von oben nach unten geschnitten wird, erreicht man auch optisch eine breitere Brust.

Wichtig: Die Brust hört nicht vor, sondern unter dem Hund erst auf!

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

2.8. Vorderbeine

Im Prinzip genauso wie bei den Hinterbeinen vorgehen. Mit den Unterschied, dass das Fell hinter den Ellenbogen gerne etwas kürzer sein darf, da es hier schnell filzt.

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Zu den Beinen hat uns Petra einige Zeichnungen zur Verfügung gestellt, an denen man auch sehr gut erkennen kann, wie man auch durch den richtigen Schnitt eventuelle Fehlstellungen der Beine ausgleichen kann. Die Bouviers zappeln gerade an den Vorderbeinen gerne. Das Wegziehen der Vorderbeine kann man vermeiden, in dem man das gerade nicht geschnittene Bein sanft anhebt und festhält.

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

2.9. Körper

Der Vorteil dieser Reihenfolge ist, dass nun bis auf den Körper selbst der Hund schon wieder gut in Form ist und man sich an den nun klareren Linien orientieren kann.

Petra schneidet wieder von oben nach unten, kämmt die Haare vorher auf und folgt oben den Rundungen des Körpers.

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Auch der Bauch wird dann in einer Linie, wie auf den Fotos hier zu sehen, gekürzt. Also vom tiefen Brustkorb schräg nach hinten etwas höher schneiden, damit das Brammige vorn und das sportlich Athletische gut zum Ausdruck kommt. Der Bouvier ist sehr beweglich und hat eine relativ schlanke Taille und das wird mit dem schrägen Schnitt betont.

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

nicht so! Der Winkel wäre zu steil! Das ist der richtige Winkel!

Die Pflege des Bouviers

Wer einen Rüden hat: Beherzt alles festhalten was dran bleiben soll aber auch den Schlauch rund herum kurz schneiden.

Wer am Penis das Haar zu lang lässt, riskiert, dass der immer darin klebende Urin eine Infektion verursachen kann und sicherlich wird es mit der Zeit auch riechen.

Nun sieht Ihr Hund schon toll aus, oder ?

Es fehlt nur noch der schwierigste Teil:


2.10. Der Kopf

Halten Sie Ihren Liebling wieder sanft fest und kämmen sie alle Haare nach vorne.
Kämmen Sie sie kräftig über die Augen und über die Nase. Auch der Drecksbart wird nach vorne zur Schnute gekämmt.

Die Nase wird oberhalb halbrund freigeschnitten und dann von dort aus links und rechts von der Nase senkrecht nach unten.
Damit haben wir auch schon ein wenig die Barthaare bearbeitet.

Mit einer Schermaschine – hier reicht ein Akku- betriebenes Gerät mit einem Aufsatz von 3mm.


Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Fühlen Sie mit den Fingern den Ohransatz dort wo es zum Nacken hin ansetzt. Zwischen den Ohren ist an der Stelle die Schädeldecke noch flach und das ist der Bereich von wo aus die Platte geschoren wird. Scheren Sie aber nicht zu weit Richtung Nacken, sonst haben Sie nachher keine flache und gerade Platte. Am besten ist es, wenn Sie ca. 2cm weiter Richtung Nase, anfangen zu rasieren und danach erst Richtung Nacken das Fell in der Länge angleichen.

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers
Die Pflege des Bouviers

Dort zwischen den Ohren, in der Mitte des Schädels, beginnen Sie nun nach vorne hin wegzurasieren. Zu den Augenbrauen auslaufend und zu den Seiten auslaufend, sodaß Sie quasi ein Dreieck rasieren. Zwischen den Ohren ist dabei die breiteste Stelle des Dreiecks und zu den Seiten und nach vorne und zu den Augen lassen Sie das Haar länger. Gleichen Sie es harmonisch verlaufend an.

Wenn Sie nun die Ohren nackig machen, beachten Sie bitte: Ist das Fell schon recht lang, dann wird die Schermaschine an den beweglichen Ohren wehtun. Hier besser mit der Schere vorher das Haar etwas kürzen. Mit zwei Fingern immer den Ohrrand halten und denken Sie an die kleine “Tasche” am Ohransatz – Verletzungsgefahr! Schneiden Sie mit der Schere am Ohr entlang das dreieckig geformte Ohr.

Scheren sie dann das komplette Ohr von außen runter. Vergessen Sie nicht, dass das Ohr erst am Schädelknochen aufhört.

Die Innenseite des Ohres: Hier bitte nur den Ohrwaschel kurz scheren. Über den unteren Bereich nur kurz mit der Schermaschine seitlich drüber wegfahren, aber mindestens einen guten cm Abstand zur Ohrmuschel einhalten. Die Haare dürfen nicht ins Ohr fallen!

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Die Efillierschere bietet sich hervorragend an, um das längere Fell über den Augen und auch das Fell auf dem Nasenrücken auszudünnen. Gerade die Partie über den Augen hin zur inzwischen geschorenen Platte kann man damit gut angleichen und auch, um eventuell zu kantig geschnittene Haarsträhnen, natürlicher fallen zu lassen.

Eigentlich soll der Bouvier ja durch eine Haarmähne gucken aber wer liebt es nicht, diese wunderschönen Äuglein anzusehen?
Deswegen kürzt man auch da etwas ein und schneidet dazu mit einem schrägen Schnitt von außen unten nach oben Richtung Nase. Bitte unbedingt die schützende Hand aufs Auge legen! Und beachten Sie dabei auch, dass auch das Haarkleid an der Nase nicht zu schmal wird dabei. Diesen schrägen Schnitt kann man dann sehr gut nochmal mit der gezackten Schere vornehmen, um das etwas natürlicher aussehen zu lassen.

Zum Ende wird alles noch mal gekämmt und begutachtet und sofern die Bartlänge zu den Proportionen nicht mehr passt, auch dieser noch mit der Schere vorsichtig etwas gekürzt, von vorne lang, nach hinten hin kürzer werdend.

Aber insbesondere beim Bart gilt: Weniger ist mehr!

Oftmals braucht der Kopf jetzt nur noch an den Wangen etwas Struktur. Weil wenn Sie Ihren Bouv jetzt von vorne anschauen, können Sie ihm die Wangen meistens noch etwas abrunden. Das Fell dort soll ja nicht auf einer Ebene sein wie der Drecksbart. Auch dafür eignet sich schön die Efilliernschere.

Petra hat uns noch 2 Bilder vom fertigen Kopf zur Verfügung gestellt, damit Sie eine Idee haben, wie es aussehen sollte:

Die Pflege des Bouviers

Wenn Sie fertig sind, sollte Ihr Bouvier so aussehen:

Die Pflege des BouviersDie Pflege des Bouviers

Lassen Sie ihn ein paar Schritte traben. Oft sieht man dann noch sofort, wo Haare noch zu lang sind. Bemühen Sie sich, immer den Rundungen des Hundes zu folgen, sonst schneiden Sie die hässlichen Ecken in das Fell, sie erst nach 14 Tagen wieder etwas ausgewachsen sind. Das gilt aber nicht für den Bart, hier muss man deutlich länger warten !

So, wir hoffen, dass Sie zusammen mit den Bildern nun einen Einblick in die Trimmtechnik erhalten haben und vielleicht neugierig geworden sind, es einmal selber zu versuchen?

Wir würden uns darüber freuen!

Für die IG geschrieben von Bine, zusammen mit Anne

P.S.: Wer es gerne mal versuchen würde, dann aber doch lieber nochmal live sehen möchte wie man es richtig macht, kann einen Trimmkurs bei Petra besuchen. Ein paar Stunden unter netten Menschen und bei liebevoller Bewirtung und vielen wertvollen Tips rund um den Bouvier nimmt man genauso mit wie eine tolle Darstellung davon, wie man seinen Bären richtig schneidet. Wer Interesse hat, wendet sich bitte direkt an Petra. Ihre Internetseite findet Ihr hier:

www.bouvierdesflandres.de

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